Von Brandenburg bis Thüringen

Eine interessante Reise zu Fürst Pücklers Schlössern und Gärten

Der Biograph Heinz Ohff charakterisiert Pückler wie folgt: „Ein Luxus verwöhnter, exzentrischer Snob, der Duelle focht und mehr Liebschaften hatte als Casanova, ein Abenteurer, der zu Pferd halb Afrika durchquerte, von höchstem Adel, aber republikanisch gesinnt, begabter Autor, genialer Gartenarchitekt“. Pücklers schriftstellerisches Werk hatte damals höhere Auflagen als das von Goethe. Seine „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ von 1834 ist sein Standardwerk und noch heute im Buchhandel erhältlich. Zwischen seinen Wirkungsstätten trägt eine literarische Reisebegleiterin im Bus einiges von dem Lebemann, Gartenkünstler und Schriftsteller aus Briefen, Reiseberichten, Erinnerungen und Biographien vor.
Auf der Hinreise ist Babelsberg die erste Station. Hier erbaute Karl Friedrich Schinkel 1834/35 für das preußische Königshaus ein Schloss im Stil der englischen Neogotik. Wir machen einen großen Rundgang durch den ab 1842 von Pückler angelegten Landschaftspark und die Terrassengärten.
Den zweiten Tag beginnen wir mit einem Rundgang durch den 1815 – 1845 entstandenen „Fürst Pückler-Park Bad Muskau“, der seit 2004 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Anschl. Besuchen wir im Schloss die große interaktive Ausstellung zu Leben und Wirken Pücklers. Nachmittags geht die Fahrt ins nahe gelegene Kromlau. Dort gehen wir durch den Rhododendronpark, der mit seinen fast 60 verschiedenen Baumarten und der berühmten Rakotzbrücke aus Basaltsäulen sehenswert ist. Hier wurden Pücklers Ideen weitergeführt.
Pückler musste 1845, hoch verschuldet wegen seiner „Parkomanie“, seine Muskauer Standesherrschaft verkaufen und zog auf den Familienbesitz Gut Branitz, gelegen in einem eiszeitlichen Schwemmlandfächer der Spree. Er schuf hier eine neue Landschaft, den großen Park mit den berühmten Pyramiden.
So sieht der dritte Tag einen Parkrundgang mit Schloss- und Gutshofbesichtigung vor. Er endet mit dem Besuch des Ostdeutschen Rosengartens im nahe gelegenen Forst. Er ist nach dem (Europa-) Rosarium Sangerhausen der zweitgrößte in Deutschland.
Auf dem Weg nach Weimar werden wir am vierten Tag die „Neue Landschaft Ronneburg“ kennen lernen, geschaffen für die Bundesgartenschau 2007 und entstanden aus einer verwüsteten und vergifteten Kraterlandschaft, die der Uranerzbergbau von 1948 bis zu seiner Einstellung 1990 hinterlassen hatte. Wir sehen „ zeitgemäße Landschaftsarchitektur“.
Ein Vergleich mit Pückler ist lohnenswert.
Das nächste Tagesziel ist der im Tal der Weißen Elster gelegene fürstliche Park Greiz mit Sommerpalais und Küchenhaus, entworfen von Pücklers Meisterschüler Eduard Petzold. Der künstlich angelegte See mit den gestalteten Uferpartien und Inseln und der umfangreiche Baumbestand mit über 70 Arten sind beeindruckend.
Den fünften Tag verbringen wir in Weimar, wo Pückler nach eigenen Worten nur „als Ratgeber“ tätig war. Er hatte auch Kontakte zum Hof und traf mit Goethe zusammen: Nach einer Stadtführung machen wir einen Rundgang durch den Park an der Ilm (Goethes Gartenhaus). Danach besuchen wir Schloss Belvedere mit Orangerie, den russischen Garten und Landschaftspark mit vielen botanischen Besonderheiten. Den Abschluss bilden Schloss und Park Ettersburg mit dem berühmt berüchtigten „Pücklerschlag“. Er ließ in den Wald am Hang des Ettersbergs eine 1000 m lange und 50 m breite Schneise schlagen. Am Rückreisetag geht es zunächst nach Altenstein (bei Bad Liebenstein/Thür.) zum Schloss, Schlossgarten und Landschaftspark, der auf einem Meeresriff aus der Zechsteinzeit liegt. Neben Pückler haben hier auch andere Gartenkünstler, z.B. Lenné, gewirkt.
Als letzten Besuchspunkt besichtigen wir die Schlossanlage Wilhelmsthal (bei Eisenach) mit einem weiträumigen Landschaftspark und einer Blumeninsel in einem künstlich angestauten See mit Wasserfall. Auch hier ist Pücklers Wirken unverkennbar.
Nach einer informativen Reise über Fürst Pückler und sein Wirken geht es über Eisenach zurück nach Bonn, wo wir gegen 22.00 Uhr eintreffen werden.

 

Schriftliche Anmeldung
sofort, spätestens bis 31. März 2015

Zeitraum
1.8. - 6.8.2015

Leistungen

Fahrt im modernen Reisebus
5 Übernachtungen inkl. Frühstück
5 x Abendessen
Unsere Hotels, jeweils in der Innenstadt gelegen:
01.08.15 – 04.08.15 Lindner Congress Hotel
Cottbus, Berliner Platz 03046 Cottbus
04.08.15 – 06.08.15 Hotel „Am Frauenplan“
Brauhausgasse 10, 99423 Weimar
Literarische Reiseführerin qualifizierte Park- bzw. Stadtführer
sämtl. Führungen und Eintritte lt. Programm

Beitrag ABK Mitglieder
609 Euro

Beitrag Gäste
649 Euro

Einzelzimmerzuschlag
95 Euro

Leitung
Marlies Trenkel

Abfahrtsort- und Zeit
Bad Godesberg, Stadthalle 6:00 Uhr; Bonn, Quantiusstraße 6:30 Uhr

Sonstige Hinweise

Anzahlung 150 Euro

Konzeption und Begleitung Prof. Friedrich Koßwig
Verantwortlich im Sinne des Reiseverkehrsrechts:
Omnibusbetrieb Jablonski, Kirchsahr