‚Bestandsaufnahme GURLITT’ in der Bundeskunsthalle Bonn

Die Ausstellung in Bonn trägt den Untertitel „Der NS – Kunstraub und die Folgen“. Es werden rund 250 Werke gezeigt. Bei den meisten von ihnen ist noch immer ungeklärt, wie sie in den Besitz von Hildebrand Gurlitt (1895 bis 1956) gekommen sind. Denn diese Bonn er „Bestandsaufnahme“ gilt vor allem ihm, dem Vater von Cornelius Gurlitt, und seinen Praktiken als Kunsthändler im Dienst der Nationalsozialisten. Inzwischen ist klar, dass es bei den als „Schwabinger Kunstschatz“ von der bayerischen Justiz in der Wohnung des Sohns vor fünf Jahren beschlagnahmten Werken um die Bestände eines Händlers geht. Hinter deren heterogener, zugleich auf gute Absetzbarkeit zielender Zusammenstellung erscheint das monströse Ausmaß des über Jahre unter Hitlers Regime systematisch betr iebenen Kunstraubs. Ins Zentrum rückt in Bonn was Provenienz, also die Herkunft eines Werks bedeutet. Provenienz heißt, an der Historie arbeiten, also sorgfältige Recherche nach den menschlichen Schicksalen hinter den Werken. Damit kommt der Begriff „Raubkunst“ auf den Prüfstand. Ihn auf brachial unrechtmäßige Aneignung zu verengen heißt auszublenden, unter welchen Formen von Drangsalierung vor allem deutsche jüdische Bürger sich zu Verkäufen auch ihres Kunstbesitzes veranlasst sehen mussten, zu Preis en unter deren Wert – etwa um die von den Nationalsozialisten erhobene „Reichsfluchtsteuer“ entrichten zu können. Es ist eine moralische Pflicht, Spuren dieser Form von Gewaltanwendung zu erforschen, so aufwendig das auch sein mag.

Schriftliche Anmeldung: Sofort, spätestens 20. Januar 2018

Zeitraum
Dienstag , 6. Februar 2018

Leistungen

Eintritt und 90-minütige Führung

Beitrag ABK Mitglieder
12 EUR

Beitrag Gäste
15 EUR

Leitung
Marlies Trenkel

Treffpunkt
11.40 Uhr im Foyer der Bundeskunsthalle

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